Wann ein Bauzaun nötig ist
Baustellen müssen so eingerichtet sein, dass unbeteiligte Personen nicht gefährdet werden. Die Musterbauordnung formuliert das in § 11 Abs. 2 ausdrücklich: Soweit erforderlich, sind Baustellen mit einem Bauzaun abzugrenzen, mit Schutzvorrichtungen gegen herabfallende Gegenstände zu versehen und zu beleuchten. Die Landesbauordnungen übernehmen diese Regel, teils unter anderer Paragrafennummer. Wer eine Baustelle betreibt, trägt außerdem die Verkehrssicherungspflicht gegenüber Passanten und Nachbarn.
Neben dem Schutz Dritter erfüllt der Zaun weitere Aufgaben: Er hält Unbefugte fern, erschwert den Diebstahl von Material und Maschinen und markiert die Grenzen der Baustelleneinrichtung. Auch bei Veranstaltungen, Abrissarbeiten oder zur vorübergehenden Sicherung von Gefahrenstellen kommen mobile Zäune zum Einsatz.
Steht der Zaun ganz oder teilweise auf Gehweg, Parkstreifen oder Fahrbahn, ist in der Regel eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde nötig. Wirken sich die Arbeiten auf den Straßenverkehr aus, müssen die ausführenden Unternehmen vor Beginn eine verkehrsrechtliche Anordnung der Straßenverkehrsbehörde einholen (§ 45 Abs. 6 StVO). Wie Arbeitsstellen an Straßen abzusichern sind, regeln die Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 21). Planen Sie für diese Genehmigungen ausreichend Vorlauf ein.
Aufbau eines mobilen Bauzauns
Ein mobiler Bauzaun besteht aus wenigen Standardteilen, die sich mit einfachem Werkzeug aufstellen und wieder abbauen lassen:
- Zaunelement: ein meist feuerverzinkter Stahlrohrrahmen mit Gitterfüllung. Verbreitet sind Elemente mit 3,50 m Breite und 2,00 m Höhe.
- Fuß: ein Block aus Beton oder Kunststoff mit Bohrungen für die senkrechten Rohre. Jeder Fuß nimmt die Enden zweier benachbarter Elemente auf.
- Schelle: verbindet zwei Elemente am Stoß, sodass sie sich nicht gegeneinander verschieben oder aus dem Fuß heben lassen.
- Stützstrebe: eine schräge Abstützung mit Fußplatte, die das Element gegen Umkippen sichert und mit einem zusätzlichen Fuß oder Ballast beschwert wird.
- Tore: Personentore für Fußgänger und zweiflügelige Einfahrtstore für Fahrzeuge.
- Planen: Sichtschutz-, Staubschutz- oder Werbeplanen, die mit Kabelbindern oder Spannern am Element befestigt werden.
Betonfüße wiegen rund 35 kg, stehen durch ihr Gewicht ruhig, sind aber mühsam zu bewegen. Füße aus Kunststoffrecycling sind mit 16 bis 24 kg leichter zu tragen und zu stapeln. Welche Füße und wie viel Ballast für Ihren Standort genügen, legt die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers fest.
Material berechnen
Die Zahl der Elemente ergibt sich aus der Länge der Strecke geteilt durch die Elementbreite, aufgerundet auf ganze Elemente. Für Füße und Schellen kommt es darauf an, ob der Zaun eine offene Strecke bildet oder eine Fläche vollständig umschließt:
| Bauform | Elemente | Füße | Schellen |
|---|---|---|---|
| Offene Strecke | n | n + 1 | n − 1 |
| Geschlossener Ring | n | n | n |
An jedem Stoß teilen sich zwei Elemente einen Fuß; bei der offenen Strecke kommen die beiden Enden hinzu. Ein Beispiel mit 3,50 m breiten Elementen: Für 70 m offene Strecke brauchen Sie 20 Elemente (20 × 3,50 m = 70,00 m), 21 Füße und 19 Schellen. Umschließt der Zaun eine Fläche mit 70 m Umfang, sind es 20 Elemente, 20 Füße und 20 Schellen. Bei 52 m ergibt die Rechnung 52 ÷ 3,50 = 14,9, also 15 Elemente; die überzählige Länge nehmen Sie in einer Ecke oder durch eine leichte Abwinkelung auf.
Ecken brauchen keine Sonderteile, denn die Elemente lassen sich am Fuß abwinkeln. Tore planen Sie als eigenen Abschnitt der Strecke ein: Ein Einfahrtstor mit 7,00 m Breite nimmt die Länge von zwei Elementen ein. Personentore sind schmaler als ein Element; die Restlänge gleichen Sie über die Anordnung der übrigen Elemente aus. Prüfen Sie an Toren und an Anschlüssen zu Gebäuden vor Ort, ob zusätzliche Füße oder Schellen nötig sind.
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Schake Mobilzaun Standard Bauzaun-Set 20 Felder, ca. 70 m, Feld 3,50 × 2,00 m, mit 21 Betonfüßen und 20 Schellen
- 70 m Zaunlänge
- 2,00 m Zaunhöhe
- 20 Felder
Praxis-Tipp
Messen Sie die Strecke vor Ort mit einem Messrad und zeichnen Sie Ecken, Tore und Anschlüsse in einen Lageplan ein. Mit der Gesamtlänge liefert der Bauzaun-Rechner die Stückliste, die Sie direkt als Anfrage an uns senden können.
Standsicherheit: Wind ist der entscheidende Faktor
Ein Zaun aus Gitterelementen lässt den Wind weitgehend durch. Die Kräfte auf Elemente, Füße und Schellen bleiben dadurch gering. Das ändert sich, sobald der Zaun ganz oder teilweise geschlossen wird: Eine Sichtschutzplane, ein dichtes Staubschutznetz oder ein Werbebanner macht aus dem luftdurchlässigen Gitter eine Fläche, gegen die der Wind voll drückt. Die Windlast steigt dadurch um ein Vielfaches, und ohne zusätzliche Sicherung kann der Zaun umkippen.
Diese Maßnahmen erhöhen die Standsicherheit:
- Stützstreben mit Fußplatte und zusätzlichem Ballast. Wie viele Streben nötig sind, legt die Anleitung des Herstellers fest; je nach Standort und Windzone kann an jedem Element eine Strebe erforderlich sein.
- Zusätzliche Füße oder Ballast an freistehenden Zaunenden, an Toren und an Stößen mit hoher Belastung.
- Winddurchlässige Planen, etwa mit Windschlitzen oder aus Netzgewebe, die einen Teil des Winds durchlassen.
- Ein ebener, tragfähiger Untergrund: Füße müssen satt aufliegen. Auf weichem Boden oder im Gefälle kippt ein Zaun früher.
Für eine rechnerische Bemessung werden die Windlasten nach DIN EN 1991-1-4 (Eurocode 1) mit dem Nationalen Anhang angesetzt, der Deutschland in vier Windzonen einteilt. Hersteller geben in ihren Anleitungen an, für welche Bedingungen ein bestimmter Aufbau ausgelegt ist. Halten Sie sich an diese Angaben und kontrollieren Sie den Zaun regelmäßig – besonders nach Sturm und nach Arbeiten in seiner Nähe.
Achtung
Planen erhöhen die Windlast erheblich. Ist Sturm angekündigt, nehmen Sie Planen und Banner rechtzeitig ab, sofern der Aufbau nicht ausdrücklich für die zu erwartenden Windgeschwindigkeiten ausgelegt ist. Ein umstürzender Zaun gefährdet Passanten, Fahrzeuge und Beschäftigte.
Sichtschutz, Staubschutz und Werbung
Planen schützen Nachbarn und Passanten vor Staub und Einblicken und können Hinweise oder Werbung tragen. Wählen Sie die Plane passend zur Elementgröße, damit sie ohne Überstand befestigt werden kann, und nutzen Sie jede Öse. Lose Ecken schlagen im Wind, reißen aus und belasten die Befestigung zusätzlich.
Bei Werbebannern klären Sie mit der örtlichen Bauaufsicht, ob sie als Werbeanlage genehmigt werden müssen. Das hängt von Landesrecht, Größe und Standort ab.
Tore, Zugänge und Rettungswege
Planen Sie Zufahrten für Lieferverkehr, Kran und Entsorgung ebenso wie den Zugang für die Beschäftigten. Einfahrtstore sichern Sie gegen unbeabsichtigtes Aufschwingen und verschließen sie außerhalb der Arbeitszeit. Rettungswege und Feuerwehrzufahrten müssen frei bleiben; wo der Zaun sie kreuzt, braucht es Tore, die sich im Notfall schnell öffnen lassen.
Achten Sie außerdem darauf, dass Verkehrszeichen, Beleuchtung und Absperrungen sichtbar bleiben und der Zaun Gehwege nicht unzulässig einengt. Fußgänger, die ausweichen müssen, brauchen einen sicheren, deutlich gekennzeichneten Weg.
Absperrgitter und Verkehrssicherung
Nicht jede Absperrung braucht einen 2 m hohen Bauzaun. Um Fußgänger zu lenken, Veranstaltungsflächen abzutrennen oder eine Arbeitsstelle auf dem Gelände zu kennzeichnen, genügen oft Absperrgitter mit 1,10 m Höhe oder halbhohe Bauzäune mit 1,20 m. Sie sind leichter, schneller umgesetzt und lassen sich auf Paletten stapeln.
Liegt die Arbeitsstelle im Straßenraum, legt die verkehrsrechtliche Anordnung fest, welche Absperrschranken, Leitbaken, Leitkegel und Warnleuchten aufzustellen sind. Grundlage sind die RSA 21; eingesetzt werden Geräte, die den Technischen Lieferbedingungen (TL) entsprechen. Passende Sets finden Sie unter Verkehrssicherung.
Aufbau und Kontrolle
- Strecke abstecken und die Füße im Abstand der Elementbreite auslegen.
- Elemente in die Füße stellen, sodass sich an jedem Fuß zwei Elemente treffen.
- Die Stöße mit Schellen verbinden und die Schellen fest anziehen.
- Stützstreben und Ballast nach der Aufbauanleitung montieren – bei Sichtschutz, bevor die Planen angebracht werden.
- Planen spannen und an allen Ösen befestigen.
- Tore einsetzen, Verriegelung prüfen und Hinweisschilder anbringen.
Kontrollieren Sie den Zaun regelmäßig und nach jedem Sturm: Sitzen alle Schellen fest, stehen die Füße eben, sind Planen und Befestigungen unbeschädigt? Beschädigte Elemente, Schellen oder Planen tauschen Sie umgehend aus.
Checkliste vor der Bestellung
- Streckenlänge gemessen, Ecken, Tore und Anschlüsse eingezeichnet
- offene Strecke oder geschlossener Ring festgelegt
- Untergrund geprüft: eben, tragfähig, ohne Gefälle an den Füßen
- Sichtschutz, Staubschutz oder Werbung geplant – und damit Stützstreben und Ballast
- Genehmigungen für öffentliche Flächen beantragt
- Anlieferung vorbereitet: Bauzaun-Sets kommen als Speditionssendung mit Überlänge und wiegen je nach Größe bis rund 1,7 t – Zufahrt für den Lkw, Abladestelle, Stapler oder Helfer und Ansprechpartner vor Ort mit Telefonnummer
Bauzaun-Sets enthalten Felder, Füße und Schellen in aufeinander abgestimmter Stückzahl; Sichtschutz-Sets bringen zusätzlich Planen und Stützstreben mit, Sets mit Torausstattung Scharniere und Laufrollen für ein Einfahrtstor. Weitere Füße, Planen und Stützstreben erhalten Sie als Zubehör-Sets.

